Unterwegs im Westend

Fotos:
Fotocredits: Philipp Nguyen
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Hat uns die liebe Sophie in ihrem Artikel von letzter Woche mit ihrer Weintour an drei schöne Orte in und um Wiesbaden geführt, geht es diese Woche nun weiter und zwar in den “Kiez” von Wiesbaden. Auch bekannt als das Stadtviertel Westend. Im Rahmen dieses Artikels habe ich mich nämlich in dem süßen Stadtviertel umgeguckt, mit dem Fokus auf die Fragen: Wo schlemmen und trinken im Westend und was macht das Westend aus? 

Um diese Frage zu beantworten, habe ich mir Hilfe von meinem Kumpel Luis geholt, welcher “OG-Westender” ist. Bei einem Bier im TAG.WERK haben wir uns über das Viertel unterhalten, ein kleines spontanes Interview mit den Besitzer:innen vom TAG.WERK geführt und in Erinnerungen geschwelgt, was wir schon alles im Westend erlebt haben.

Doch zuallererst sollte die Frage geklärt werden: Was gehört eigentlich alles zum Stadtviertel Westend? 

Das Stadtviertel ist geographisch gesehen recht überschaubar. Das Herzstück des Westends bildet natürlich der Sedanplatz mit seinen vielen Ausgehmöglichkeiten wie zum Beispiel dem Kiezgarten, um den herum sich verschiedene Lokale und Bars reihen. Straßen wie die Emser- oder Schwalbacherstraße schlängeln sich um den Stadtteil und bilden so die Grenzen zu den benachbarten Vierteln wie dem Rheingauviertel oder Wiesbaden Mitte. Das Westend ist zwar von oben betrachtet recht klein, spaziert man jedoch in dem Viertel herum, merkt man schnell, dass hier ganz schön viel geht. Vor allem am Wochenende erfreuen sich viele Wiesbadener:innen an der Vielfalt der Möglichkeiten, was Restaurants und Bars angeht. Genau wie ich letzten Freitag, als ich mit Luis auf ein Bier und einen Basil Smash (sehr zu empfehlen) im TAG.WERK verabredet war, um über das Westend zu quatschen. Die Bar befindet sich am “Eingang des Westends” in Richtung Rheingauviertel. Luis und ich nutzten das wolkige, aber nicht regnerische Wetter und tranken unsere Getränke draußen auf den Bänken des Tagwerks. 

Also Luis, wir kennen uns jetzt schon fast 10 Jahre und haben schon viele witzige Sachen zusammen im Westend erlebt. Du bist im Gegensatz zu mir auch im Westend aufgewachsen, was gefällt dir an dem Viertel? 

Hier passiert was, das Stadtviertel ist sehr lebendig, mir gefällt das sehr. Letztendlich sind es natürlich auch die Menschen, die das Viertel ausmachen. Sie machen das Westend zu einem schönen Ort, an dem ich mich sehr gerne aufhalte und lebe. 

Wie würdest du das Westend mit drei Worten beschreiben?

Vielfältig, lebendig und Heimat. 

Wo gehst du als Local in deinem Viertel gerne essen und trinken? 

Die Chance ist sehr hoch, dass man mich im Schoppenhof antreffen kann. Das ist ein Apfelweinlokal am Sedanplatz, sehr zu empfehlen auf jeden Fall.

Gibt es ein Lokal, das du mir empfehlen könntest, das ich noch nicht kenne?

Ich glaube, dir würde das Josephines Soul Food Café auch gut gefallen, kennst du das schon? 

Nein, kenne ich gar nicht, wo ist das? 

In der Westendstraße, solltest du auf jeden Fall mal auschecken. 

Nachdem wir eine Weile über die ein oder anderen gemeinsam erlebten Kneipenabende gesprochen hatten, die früher oft im Bierhahn endeten, kamen wir auf den Gedanken, uns noch eine dritte Perspektive einzuholen. 

Wie empfindet man das Westend als Besitzer:in einer Bar bzw. Lokal? Ines und David, die Inhaber:innen des TAG.WERK, waren so lieb und haben sich dafür spontan an unseren Tisch gesetzt, um uns ein paar Fragen zu beantworten. 

Mögt ihr uns zuallererst mal was vom TAG.WERK erzählen, wie hat alles angefangen? 

David: Mit dem TAG.WERK hat es dadurch angefangen, dass wir vorher nicht ganz happy mit unseren Berufen waren und uns deswegen dazu entschieden, was anderes zu machen. Ich hatte schon immer den Traum einer eigenen Kneipe und Ines wollte immer was Kreatives machen und hat schon immer gerne gemalt oder gewerkelt. Daher wollten wir gerne diese zwei Dinge kombinieren. Wir hatten im Vergleich zu heute jedoch noch ein etwas anderes Konzept für unsere Bar. Das heißt, früher konnten Kund:innen hier bei uns was bestellen und währenddessen auch werkeln. Das hat durch die ganzen Corona-Vorschriften leider nicht mehr funktioniert. Jetzt definieren wir uns eher als Kulturkneipe. Dazu kann man bei uns jedoch immer wechselnde Ausstellungen von verschiedenen lokalen Künstler:innen betrachten und alle ein bis zwei Monate haben wir auch ein Wohnzimmer-Konzert. Da waren zum Beispiel schon verschiedene Musiker:innen aus Kanada, Frankreich oder den USA dabei. Einmal im Jahr sind wir auch Kooperationspartner bei Rock für Wiesbaden. So kommts, dass wir dieses Jahr im Mai unser Fünfjähriges gefeiert haben. Zwischendrin gab es natürlich noch Corona, da muss man halt ein bisschen was abziehen.

Foto Credit: Philipp Nguyen

Wie kamt ihr auf den Namen TAG.WERK?

Ines: Durch unsere ursprüngliche Idee, eine Kneipe mit Workshops zu eröffnen. Ganz nach dem Motto: “Das Tagwerk ist vollbracht”. Also, wenn man zum Beispiel werkelt, hat man am Ende des Tages ja auch ein “Tagwerk” erreicht. 

Wie ist bei euch denn der Wunsch nach einer eigenen Kneipe entstanden? 

David: Letztenendes war das mit der eigenen Kneipe oder einer Bar eine Spinnerei von mir. Eigentlich glaube ich, hat irgendwann im Leben jede:r mal Bock darauf, oder (lacht)? Zumindest denkt man kurz drüber nach. Ines und ich haben dann diesen Schritt gewagt. Wir dachten uns, wir wollen nicht irgendwann mit 70 Jahren auf der Couch sitzen und denken: “Mist, damals wäre das genau der richtige Zeitpunkt gewesen!” Das war die Motivation dahinter. Wir dachten uns vor der Gründung: Wenn das cool ist, dann machen wir das eine Weile. Dennoch ist es natürlich auch ein Lebensabschnitt von uns. Also, ich habe jetzt nicht vor, noch 20 Jahre lang eine Kneipe zu führen. Es ist schon viel Arbeit, vor allem auch die Selbstständigkeit darf man nicht unterschätzen. 

Ja, das kann ich mir vorstellen, da steckt bestimmt hinter den Kulissen auch viel Arbeit dahinter! Wie würdet ihr das TAG.WERK den in drei Worten beschreiben?

Ines: Kunst, Kultur und Bar.

Das kam flott (lacht).

David: Ich hätte Bunt als viertes Wort genannt. Da wir ein ganz bunt gemischtes Publikum haben. Bei uns ist wirklich alles dabei, also von jüngeren Menschen bis zu unserem ältesten Stammkunden, welcher 78 Jahre alt war. Die Leute kommunizieren hier auch super miteinander, du kannst dich eigentlich immer mit an einen Tisch setzen. Deswegen haben wir hier auch die großen Tische, dass die Leute mal ein bisschen quatschen müssen (lacht). 

Das klingt wirklich nach einem schönen Konzept. Wolltet ihr eure Bar schon immer im Westend aufmachen? 

Ines: Das war ein Zufall. 

David: Ja, das war eher ein Zufall, aber ein länger geplanter Zufall quasi. Also ich bin in Wiesbaden aufgewachsen, meine Mutter wohnt auch heute noch mitten im Westend. Wenn wir sie besucht haben, sind wir früher immer an diesem Laden vorbeigelaufen und haben uns immer die Nase an der Scheibe platt gedrückt. "Was ein geiler Laden!”, dachten wir uns immer. Wir haben uns damals gesagt, wenn das hier mal frei wird, greifen wir zu und dann hing plötzlich ein Zettel in der Scheibe (lacht). Ab da wussten wir: Okay, alles klar, jetzt müssen wir Gas geben. Natürlich musste damals noch einiges gemacht werden im Laden, bis er schließlich so aussah. 

War das Westend rückblickend für euch das richtige Viertel? Was schätzt ihr am Westend?

David: Also ich bin im Westend aufgewachsen, wir wohnen zwar jetzt beide im Rheingauviertel, aber ich glaube, dass das Westend das Viertel mit dem meisten Potential ist. Auch schon in meiner Kindheit, also in den späten 80ern/ Anfang der 90er. Es war schon immer ein gutes Viertel, multikulturell und immer nett. Man hat sich darauf einigen können, dass das Westend ein bisschen anders ist als die anderen Viertel. Im Westend steckt nicht so die Kohle, aber man hat es sich schon immer schön gemacht, bis heute. Das Westend ist auch etwas freier, die Leute denken hier etwas über den Tellerrand hinaus.

Ines: Es ist skurril, es ist lustig, es ist hier ein Miteinander, manchmal auch etwas anstrengend, aber ich wüsste jetzt nicht, ob unser Konzept oder David und ich in ein anderes Viertel passen würden. Wir ziehen bunte Leute an wie Motten das Licht, da sind wir hier richtig (lacht).

David: Was man natürlich auch sagen muss, ist, dass das Stadtviertel ein Ballungsgebiet ist, es ist allemal dicht besiedelt. Hier treffen Leute aufeinander. Das ist in den meisten Fällen schön, kommunikativ und bereichernd.

Obwohl durch Corona die Idee eurer Kneipe inklusive Workshops etwas verändert wurde, sehe ich noch viel Kunst an den Wänden hängen. Wo findet ihr die Künstler:innen, die hier ausstellen?

David: Das ist mittlerweile ein Selbstläufer. Wir haben im Freundeskreis viele Künstler und Künstlerinnen, die ganz tolle Sachen machen. Anfangs haben sie hier ausgestellt, dann hat sich das rumgesprochen. Seit drei Jahren haben wir nun, glaube ich, schon keine Woche mehr ohne Ausstellungen.

Was wird demnächst ausgestellt? 

Ines: Demnächst stellt mein früherer Arbeitskollege, der übrigens auch heute hier ist, mit seiner Schwester Kunstwerke im Namen seiner Großmutter aus. Seine verstorbene Oma hatte nämlich um die 600 Kunstwerke quasi noch im Keller stehen. Er wollte diese nicht verstauben lassen und fand es schade, wenn die Gemälde keiner mehr sehen würde. Auch Vorträge und politische Diskussionsrunden finden hier öfter mal statt. 

Da hat er recht, das wäre tatsächlich schade gewesen! Abschließend würde ich euch noch gerne fragen, was ihr am meisten an dem, was ihr macht, liebt? 

David: Die Menschen. Auch die Kommunikation, die Geschichten und einfach frei zu sein. 

Ines: Und Selbstständigkeit ist eigentlich eine coole Sache. 

David: Also die meiste Zeit ist das ziemlich cool, das stimmt schon, ja (lacht). 

Ines: So und wer möchte jetzt einen Shot? Geht aufs Haus. 

Natürlich hat keine:r von uns das Angebot von Ines ausgeschlagen. Für Luis, Philipp und mich ging es nach dem Interview noch weiter Richtung Toms Bierbrunnen, eine Kneipe, die natürlich auch im Westend liegt. Vor allem, wenn man gerne Tischkicker, Darts oder Bier-Pong in einer angenehmen Bar-Atmosphäre spielt, sollte man mal einen Abstecher zu Toms Bierbrunnen gemacht haben. 

Foto Credit: Philipp Nguyen

Unterm Strich kann man festhalten, dass es sich beim Westend um ein vielfältiges, buntes Stadtviertel handelt, mit vielen Möglichkeiten, gut zu essen und zu trinken, Kunst zu entdecken und interessante Leute zu treffen. Natürlich war dieser Artikel jetzt nur ein kleiner Einblick und wird dem Stadtviertel trotz seiner geografischen Überschaubarkeit bei Weitem nicht gerecht. Mama of Africa, Riesling im Hindukusch, das Lokal, die Liste an Restaurants und Bars, die das Stadtviertel bietet, ist lang. Daher würde ich euch empfehlen, das Westend nochmal neu zu erkunden, auch wenn ihr denkt, dass ihr es schon kennt. Spaziert neue Straßen entlang, vielleicht findet ihr ja ein neues Atelier oder quatscht mit den Besitzer:innen von Cafés, Bars oder Restaurants und lauscht ihren individuellen Geschichten. Ich bin mir sehr sicher, im Westend gibt es für jede:n noch was Neues zu entdecken.  

Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Luis, für einen schönen Abend im Westend und natürlich auch an Ines und David vom TAG.WERK für das schöne und spontane Interview! Vielen Dank auch an Philipp vom Einerseits-Team, dass er sich spontan Zeit genommen hat, um die Fotos zu schießen.

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Hat uns die liebe Sophie in ihrem Artikel von letzter Woche mit ihrer Weintour an drei schöne Orte in und um Wiesbaden geführt, geht es diese Woche nun weiter und zwar in den “Kiez” von Wiesbaden. Auch bekannt als das Stadtviertel Westend. Im Rahmen dieses Artikels habe ich mich nämlich in dem süßen Stadtviertel umgeguckt, mit dem Fokus auf die Fragen: Wo schlemmen und trinken im Westend und was macht das Westend aus? 

Um diese Frage zu beantworten, habe ich mir Hilfe von meinem Kumpel Luis geholt, welcher “OG-Westender” ist. Bei einem Bier im TAG.WERK haben wir uns über das Viertel unterhalten, ein kleines spontanes Interview mit den Besitzer:innen vom TAG.WERK geführt und in Erinnerungen geschwelgt, was wir schon alles im Westend erlebt haben.

Doch zuallererst sollte die Frage geklärt werden: Was gehört eigentlich alles zum Stadtviertel Westend? 

Das Stadtviertel ist geographisch gesehen recht überschaubar. Das Herzstück des Westends bildet natürlich der Sedanplatz mit seinen vielen Ausgehmöglichkeiten wie zum Beispiel dem Kiezgarten, um den herum sich verschiedene Lokale und Bars reihen. Straßen wie die Emser- oder Schwalbacherstraße schlängeln sich um den Stadtteil und bilden so die Grenzen zu den benachbarten Vierteln wie dem Rheingauviertel oder Wiesbaden Mitte. Das Westend ist zwar von oben betrachtet recht klein, spaziert man jedoch in dem Viertel herum, merkt man schnell, dass hier ganz schön viel geht. Vor allem am Wochenende erfreuen sich viele Wiesbadener:innen an der Vielfalt der Möglichkeiten, was Restaurants und Bars angeht. Genau wie ich letzten Freitag, als ich mit Luis auf ein Bier und einen Basil Smash (sehr zu empfehlen) im TAG.WERK verabredet war, um über das Westend zu quatschen. Die Bar befindet sich am “Eingang des Westends” in Richtung Rheingauviertel. Luis und ich nutzten das wolkige, aber nicht regnerische Wetter und tranken unsere Getränke draußen auf den Bänken des Tagwerks. 

Also Luis, wir kennen uns jetzt schon fast 10 Jahre und haben schon viele witzige Sachen zusammen im Westend erlebt. Du bist im Gegensatz zu mir auch im Westend aufgewachsen, was gefällt dir an dem Viertel? 

Hier passiert was, das Stadtviertel ist sehr lebendig, mir gefällt das sehr. Letztendlich sind es natürlich auch die Menschen, die das Viertel ausmachen. Sie machen das Westend zu einem schönen Ort, an dem ich mich sehr gerne aufhalte und lebe. 

Wie würdest du das Westend mit drei Worten beschreiben?

Vielfältig, lebendig und Heimat. 

Wo gehst du als Local in deinem Viertel gerne essen und trinken? 

Die Chance ist sehr hoch, dass man mich im Schoppenhof antreffen kann. Das ist ein Apfelweinlokal am Sedanplatz, sehr zu empfehlen auf jeden Fall.

Gibt es ein Lokal, das du mir empfehlen könntest, das ich noch nicht kenne?

Ich glaube, dir würde das Josephines Soul Food Café auch gut gefallen, kennst du das schon? 

Nein, kenne ich gar nicht, wo ist das? 

In der Westendstraße, solltest du auf jeden Fall mal auschecken. 

Nachdem wir eine Weile über die ein oder anderen gemeinsam erlebten Kneipenabende gesprochen hatten, die früher oft im Bierhahn endeten, kamen wir auf den Gedanken, uns noch eine dritte Perspektive einzuholen. 

Wie empfindet man das Westend als Besitzer:in einer Bar bzw. Lokal? Ines und David, die Inhaber:innen des TAG.WERK, waren so lieb und haben sich dafür spontan an unseren Tisch gesetzt, um uns ein paar Fragen zu beantworten. 

Mögt ihr uns zuallererst mal was vom TAG.WERK erzählen, wie hat alles angefangen? 

David: Mit dem TAG.WERK hat es dadurch angefangen, dass wir vorher nicht ganz happy mit unseren Berufen waren und uns deswegen dazu entschieden, was anderes zu machen. Ich hatte schon immer den Traum einer eigenen Kneipe und Ines wollte immer was Kreatives machen und hat schon immer gerne gemalt oder gewerkelt. Daher wollten wir gerne diese zwei Dinge kombinieren. Wir hatten im Vergleich zu heute jedoch noch ein etwas anderes Konzept für unsere Bar. Das heißt, früher konnten Kund:innen hier bei uns was bestellen und währenddessen auch werkeln. Das hat durch die ganzen Corona-Vorschriften leider nicht mehr funktioniert. Jetzt definieren wir uns eher als Kulturkneipe. Dazu kann man bei uns jedoch immer wechselnde Ausstellungen von verschiedenen lokalen Künstler:innen betrachten und alle ein bis zwei Monate haben wir auch ein Wohnzimmer-Konzert. Da waren zum Beispiel schon verschiedene Musiker:innen aus Kanada, Frankreich oder den USA dabei. Einmal im Jahr sind wir auch Kooperationspartner bei Rock für Wiesbaden. So kommts, dass wir dieses Jahr im Mai unser Fünfjähriges gefeiert haben. Zwischendrin gab es natürlich noch Corona, da muss man halt ein bisschen was abziehen.

Foto Credit: Philipp Nguyen

Wie kamt ihr auf den Namen TAG.WERK?

Ines: Durch unsere ursprüngliche Idee, eine Kneipe mit Workshops zu eröffnen. Ganz nach dem Motto: “Das Tagwerk ist vollbracht”. Also, wenn man zum Beispiel werkelt, hat man am Ende des Tages ja auch ein “Tagwerk” erreicht. 

Wie ist bei euch denn der Wunsch nach einer eigenen Kneipe entstanden? 

David: Letztenendes war das mit der eigenen Kneipe oder einer Bar eine Spinnerei von mir. Eigentlich glaube ich, hat irgendwann im Leben jede:r mal Bock darauf, oder (lacht)? Zumindest denkt man kurz drüber nach. Ines und ich haben dann diesen Schritt gewagt. Wir dachten uns, wir wollen nicht irgendwann mit 70 Jahren auf der Couch sitzen und denken: “Mist, damals wäre das genau der richtige Zeitpunkt gewesen!” Das war die Motivation dahinter. Wir dachten uns vor der Gründung: Wenn das cool ist, dann machen wir das eine Weile. Dennoch ist es natürlich auch ein Lebensabschnitt von uns. Also, ich habe jetzt nicht vor, noch 20 Jahre lang eine Kneipe zu führen. Es ist schon viel Arbeit, vor allem auch die Selbstständigkeit darf man nicht unterschätzen. 

Ja, das kann ich mir vorstellen, da steckt bestimmt hinter den Kulissen auch viel Arbeit dahinter! Wie würdet ihr das TAG.WERK den in drei Worten beschreiben?

Ines: Kunst, Kultur und Bar.

Das kam flott (lacht).

David: Ich hätte Bunt als viertes Wort genannt. Da wir ein ganz bunt gemischtes Publikum haben. Bei uns ist wirklich alles dabei, also von jüngeren Menschen bis zu unserem ältesten Stammkunden, welcher 78 Jahre alt war. Die Leute kommunizieren hier auch super miteinander, du kannst dich eigentlich immer mit an einen Tisch setzen. Deswegen haben wir hier auch die großen Tische, dass die Leute mal ein bisschen quatschen müssen (lacht). 

Das klingt wirklich nach einem schönen Konzept. Wolltet ihr eure Bar schon immer im Westend aufmachen? 

Ines: Das war ein Zufall. 

David: Ja, das war eher ein Zufall, aber ein länger geplanter Zufall quasi. Also ich bin in Wiesbaden aufgewachsen, meine Mutter wohnt auch heute noch mitten im Westend. Wenn wir sie besucht haben, sind wir früher immer an diesem Laden vorbeigelaufen und haben uns immer die Nase an der Scheibe platt gedrückt. "Was ein geiler Laden!”, dachten wir uns immer. Wir haben uns damals gesagt, wenn das hier mal frei wird, greifen wir zu und dann hing plötzlich ein Zettel in der Scheibe (lacht). Ab da wussten wir: Okay, alles klar, jetzt müssen wir Gas geben. Natürlich musste damals noch einiges gemacht werden im Laden, bis er schließlich so aussah. 

War das Westend rückblickend für euch das richtige Viertel? Was schätzt ihr am Westend?

David: Also ich bin im Westend aufgewachsen, wir wohnen zwar jetzt beide im Rheingauviertel, aber ich glaube, dass das Westend das Viertel mit dem meisten Potential ist. Auch schon in meiner Kindheit, also in den späten 80ern/ Anfang der 90er. Es war schon immer ein gutes Viertel, multikulturell und immer nett. Man hat sich darauf einigen können, dass das Westend ein bisschen anders ist als die anderen Viertel. Im Westend steckt nicht so die Kohle, aber man hat es sich schon immer schön gemacht, bis heute. Das Westend ist auch etwas freier, die Leute denken hier etwas über den Tellerrand hinaus.

Ines: Es ist skurril, es ist lustig, es ist hier ein Miteinander, manchmal auch etwas anstrengend, aber ich wüsste jetzt nicht, ob unser Konzept oder David und ich in ein anderes Viertel passen würden. Wir ziehen bunte Leute an wie Motten das Licht, da sind wir hier richtig (lacht).

David: Was man natürlich auch sagen muss, ist, dass das Stadtviertel ein Ballungsgebiet ist, es ist allemal dicht besiedelt. Hier treffen Leute aufeinander. Das ist in den meisten Fällen schön, kommunikativ und bereichernd.

Obwohl durch Corona die Idee eurer Kneipe inklusive Workshops etwas verändert wurde, sehe ich noch viel Kunst an den Wänden hängen. Wo findet ihr die Künstler:innen, die hier ausstellen?

David: Das ist mittlerweile ein Selbstläufer. Wir haben im Freundeskreis viele Künstler und Künstlerinnen, die ganz tolle Sachen machen. Anfangs haben sie hier ausgestellt, dann hat sich das rumgesprochen. Seit drei Jahren haben wir nun, glaube ich, schon keine Woche mehr ohne Ausstellungen.

Was wird demnächst ausgestellt? 

Ines: Demnächst stellt mein früherer Arbeitskollege, der übrigens auch heute hier ist, mit seiner Schwester Kunstwerke im Namen seiner Großmutter aus. Seine verstorbene Oma hatte nämlich um die 600 Kunstwerke quasi noch im Keller stehen. Er wollte diese nicht verstauben lassen und fand es schade, wenn die Gemälde keiner mehr sehen würde. Auch Vorträge und politische Diskussionsrunden finden hier öfter mal statt. 

Da hat er recht, das wäre tatsächlich schade gewesen! Abschließend würde ich euch noch gerne fragen, was ihr am meisten an dem, was ihr macht, liebt? 

David: Die Menschen. Auch die Kommunikation, die Geschichten und einfach frei zu sein. 

Ines: Und Selbstständigkeit ist eigentlich eine coole Sache. 

David: Also die meiste Zeit ist das ziemlich cool, das stimmt schon, ja (lacht). 

Ines: So und wer möchte jetzt einen Shot? Geht aufs Haus. 

Natürlich hat keine:r von uns das Angebot von Ines ausgeschlagen. Für Luis, Philipp und mich ging es nach dem Interview noch weiter Richtung Toms Bierbrunnen, eine Kneipe, die natürlich auch im Westend liegt. Vor allem, wenn man gerne Tischkicker, Darts oder Bier-Pong in einer angenehmen Bar-Atmosphäre spielt, sollte man mal einen Abstecher zu Toms Bierbrunnen gemacht haben. 

Foto Credit: Philipp Nguyen

Unterm Strich kann man festhalten, dass es sich beim Westend um ein vielfältiges, buntes Stadtviertel handelt, mit vielen Möglichkeiten, gut zu essen und zu trinken, Kunst zu entdecken und interessante Leute zu treffen. Natürlich war dieser Artikel jetzt nur ein kleiner Einblick und wird dem Stadtviertel trotz seiner geografischen Überschaubarkeit bei Weitem nicht gerecht. Mama of Africa, Riesling im Hindukusch, das Lokal, die Liste an Restaurants und Bars, die das Stadtviertel bietet, ist lang. Daher würde ich euch empfehlen, das Westend nochmal neu zu erkunden, auch wenn ihr denkt, dass ihr es schon kennt. Spaziert neue Straßen entlang, vielleicht findet ihr ja ein neues Atelier oder quatscht mit den Besitzer:innen von Cafés, Bars oder Restaurants und lauscht ihren individuellen Geschichten. Ich bin mir sehr sicher, im Westend gibt es für jede:n noch was Neues zu entdecken.  

Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Luis, für einen schönen Abend im Westend und natürlich auch an Ines und David vom TAG.WERK für das schöne und spontane Interview! Vielen Dank auch an Philipp vom Einerseits-Team, dass er sich spontan Zeit genommen hat, um die Fotos zu schießen.

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