Spiritualität, Kreativität, Sexualität – Gedanken einer Künstlerin

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Enrico Franz
Sydney und Rahel im Interview, Foto Credit: Enrico Franz
Sydneys Hand auf dem Tisch, Foto Credit: Enrico Franz
Sydney beim Interview, Foto Credit: Enrico Franz
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Bloß nicht drüber sprechen? Das ist keine Option für LuSyd, wie ich während unseres Interviews in einer Mainzer Bar erfahre. Als Influencerin behandelt sie unter anderem das (leider noch immer!) tabuisierte Thema Sexualität – und vor allem, wie diese mit Spiritualität zusammenhängen kann. Ihre Gedanken teilt sie auf Instagram, TikTok & Co., aber auch in einem Podcast mit ihrer Freundin Kati. Gemeinsam sind sie die „Holistic Healing Sisters“.

Darüber hinaus releaste sie im Jahr 2021 den Song „Wavy“, der seitdem auf Spotify und YouTube verfügbar ist. Nach einer jahrelangen musikalischen Laufbahn mit Band-Projekten und Feature-Parts ist dies der gelungene Startschuss ihrer Solokarriere.

Die Ambition für ihre vielen Projekte zieht sie aus ihrer Spiritualität. Und auch daraus, ihr Wissen darüber zu teilen. Dieses stammt sowohl aus eigenen Erfahrungen als auch aus ihrem abgeschlossenen Studiengang „Spirituelle Lebensberatung“ an der Fernschule für freie Gesundheitsberufe.

Wie LuSyd überhaupt zur Musik kam, warum es wichtig ist, über heikle Themen offen zu sprechen und was Spiritualität überhaupt bedeutet, erfahrt ihr im Interview.

Viel Spaß!

Sydney im Portrait, Fotocredit: @eiundrund
Foto Credit: @eiundrund

Hey Sydney! Wie geht es dir?

Ich fühle mich heute sehr gut. Ich konnte ausschlafen, weil ich heute frei habe, konnte auch schon meditieren und fühle mich sehr geerdet. Ich freue mich sehr, hier sein zu dürfen!

Wir uns auch! Stell dich gerne mal ganz allgemein vor. Wer bist du, was machst du?

Sehr gerne.. (überlegt) Ich würde sagen, dass ich eine kreative Seele bin, die sehr gerne mit anderen Menschen connected. Ich kreiere liebend gerne Kunst, und mein spiritueller Weg ist einfach etwas, das mich runter bringt und mir sehr hilft. Deshalb teile ich gerne das Wissen, was ich auf diesem Weg schon erlangt habe und tausche mich auch super gerne über Spiritualität aus.

I just go with the flow. Also was sich gerade gut für mich anfühlt, das mache ich auch.

Wie bist du zu deinem Künstlernamen „LuSyd“ gekommen?

Es gibt ja die Praktik des luziden Träumens. Und da mein Geburtsname Sydney ist, hab’ ich einfach „luzid“ und meinen Namen verbunden. Luzides Träumen bedeutet ja, den eigenen Traum kontrollieren zu können. Und da ich das auch sehr, sehr tief studiert habe und das gerade in der Zeit war, in der ich eh meinen Künstlernamen gesucht habe, dachte ich mir, dass das gut passt. Dieses verträumte und mystische.

Luzides Träumen finde ich mega interessant, aber auch echt schwer. Wie bist du da so reingekommen und wie hast du das geübt?

Ja, ist es auch. Aber es gibt total viele Übungen. Bei mir war es so, dass ich irgendwann gemerkt habe, dass ich luzid geträumt habe. Aber ich wusste auch nicht wirklich, was da gerade passiert ist. Ich wusste nur: „Okay krass, ich kann auf einmal entscheiden, was ich in meinem Traum machen möchte“. Daraufhin hab’ ich mir ein Buch gekauft und mich mit Freund:innen darüber ausgetauscht. Als Übung kann man zum Beispiel im Alltag einfach immer mal wieder die eigenen Finger zählen. Weil es heißt, dass man im Traum, wenn man sich die Finger anschauen würde, zu viele Finger sehen würde, oder sie wären total verschwommen. Und deswegen kann man dann, wenn man das oft genug in der Wachwelt wiederholt, im Traum vielleicht drauf kommen, sich einfach mal die Finger anzuschauen. Und wenn die dann verformt sind oder man mehr oder weniger Finger hat, merkt man: „Okay, ich bin gerade im Traum“. Und dann kann man zum nächsten Schritt übergehen und sagen: „Jetzt werd’ ich mal… fliegen! Oder jetzt besuch’ ich mal ein anderes Land in meinem Traum!” (lacht). Also es gibt da echt viele verschiedene Übungen und es lohnt sich auf jeden Fall.

Eines deiner kreativen Projekte ist ja auch Musik. Was hat dich dazu bewegt, selbst Musik zu machen?

Also, meine ganze Familie macht gefühlt Musik. Meine Tante, meine Mutter, meine Cousine, mein Bruder. Und gesungen hab’ ich schon immer. Weil mir das einfach enorm viel Freude bereitet. Und mein Bruder, der J, ist Musikproduzent. Er hat mich dann vor ca. 10 Jahren gefragt, ob ich bei seiner Gruppe mitsingen will. Die hatten eine Hip-Hop-Crew. Also hab’ ich erstmal da angefangen und bei denen mitgemacht. Wir sind damals auch oft in der Kreativfabrik und bei anderen Open Stages aufgetreten. Mit der Zeit hab’ ich aber auch gespürt, dass ich sehr gerne nicht nur Parts auf Liedern haben will, sondern auch eigene Songs schreiben möchte. Als ich dann meinen ersten Solo-Trip nach Portugal gemacht habe, das war glaub ich 2020, hab’ ich meine erste Single geschrieben: „Wavy“. Das erfüllt mich einfach total.

Das hört sich toll an. Willst du ein bisschen mehr über den Prozess und die Entstehung von Wavy erzählen, und was der Song für dich bedeutet?

Gerne! In Portugal hatte ich ein Airbnb direkt am Meer. Und das war mir auch total wichtig, damit ich echt in fünf Minuten zu Fuß am Meer bin. Da war ich dann auch jeden Tag und hab’ die enorme Kraft des Ozeans gespürt. Dadurch ist es dann auch einfach geflowt. So ohne den ganzen Alltagsstress, den man normalerweise hat.

Einfach mit sich selbst sein, in der Natur. Das hat so viel in mir ausgelöst.

Und der Text ist einfach so aus mir rausgekommen, als hätte ich den gechannelt. In dem Track thematisiere ich die Sinnlichkeit und die Magie, die ich durch romantische Connections empfinde, soul connection und sex magic. Quasi die Themen, über die ich in meinem Content auch am liebsten spreche. Und der Song ist für mich auch einfach so eine schöne Erinnerung an die Reise.

Neben der Musik – oder vielleicht auch mit der Musik – ist Spiritualität ein großer Teil deines Lebens. Kannst du in ein paar Sätzen zusammenfassen, was für dich die Definition von Spiritualität ist?

Sehr gerne. Also, Spiritualität bedeutet für mich einfach, mich selbst kennenzulernen, auf eine ganz intime Art und Weise. Und auch, mich immer weiterentwickeln zu dürfen und die Magie zu sehen, die jedem Moment innewohnt. Spiritualität bedeutet für mich auch einfach Heilung. Ich habe die Spiritualität für mich entdeckt, als es mir nicht so gut ging, in meiner Teenager Zeit. Da ist man ja sowieso noch auf der Suche. Mein Bruder hat mich damals sehr inspiriert, weil er schon seit er 11 ist meditiert, und mir dann vorgeschlagen hat, das auch mal zu probieren. Ich sag auch immer, dass Meditation mir das Leben gerettet hat.

Es klingt zwar so simpel, oder vielleicht klingt es für manche auch sehr schwierig: Aber sich einfach so auf den eigenen Atem zu fokussieren, das bringt enorm viel.

Und es geht ja auch nicht nur darum, nichts zu denken, sondern sich nicht an seinen Gedanken festzuhalten und sie einfach mal vorbeiziehen zu lassen.

In vielen Religionen ist ja eine der zentralen Fragen die nach dem Sinn des Lebens. Inwiefern spielt das eine Rolle in deiner Spiritualität?

Eine sehr große Rolle.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle aus einem bestimmten Grund hier auf der Erde sind.

Und wenn wir herausfinden, wofür wir hier sind, dann können wir einfach ein viel erfüllteres Leben führen. Dadurch inspirieren wir ja dann auch andere Menschen, sich selbst zu entfalten. Ich hab’ tatsächlich meinen Seelenweg gefunden, als wir mit den Workshops angefangen haben, also mit den Mondritualen. Da hab’ ich gemerkt, dass ich unbedingt Menschen helfen möchte, sich daran zu erinnern, was ihr eigener Seelenweg ist. Und auch daran, was für eine enorme Kraft wir alle in uns tragen.

Möchtest du über die Mond-Workshops erzählen? Was macht ihr da so?

Sehr, sehr gerne. Meine Soulsister Kati und ich, wir halten gemeinsam diese Mondrituale ab. Da kommen wir in kleinen Gruppen zusammen und erklären erstmal die aktuelle Mondenergie. Dann setzen wir uns alle eine Intention, z. B. ob wir, je nach Mondphase, etwas Bestimmtes loslassen oder vielleicht auch zu uns einladen wollen. Wir führen heilende Gespräche und manchmal singen wir auch Mantras, also gesungene Gebete. Aber eigentlich haben wir jedes Mal einen anderen Ablauf und planen immer wieder etwas Neues, damit auch Menschen, die öfter kommen, immer wieder etwas Neues entdecken können. Es ist einfach total schön, weil da viele Menschen sind, die sich eigentlich gar nicht kennen. Aber es entsteht immer ein so intimer Circle, so ein Safe Space. Es ist einfach enorm heilend, inspirierend und wir können alle voneinander lernen. Die Workshops sind auch öffentlich. Wir haben aktuell zwar eine kleine Sommerpause, aber bald starten wir damit wieder. Dann kann man einfach bei mir auf Instagram schauen, wann und wo es stattfindet.

Du teilst auch Wissen zu pflanzlichen Heilungsmethoden. Wie kam es dazu, dass du dich damit tiefer beschäftigst?

Mein Bruder ist tatsächlich eine große Inspiration, weil er sich sehr, sehr gesund ernährt. Außerdem hab’ ich mich auch von Earth Mama Medicine inspirieren lassen. Sie macht auf YouTube ganz viele holistische Videos zum Thema Gesundheit, Ernährung und Spiritualität. Da hab’ ich zum Beispiel auch das erste Mal von Yoni Steaming erfahren und das dann auch selbst ausprobiert. „Yoni“ ist Sanskrit und beschreibt die Vagina, Vulva und Gebärmutter. Und Yoni Steaming ist eine uralte Praxis, in der man verschiedene Heilkräuter nimmt, sie in einem Topf mit warmem Wasser mischt, sich dann darüber hockt und diesen Dampf dann quasi in die Yoni hochziehen lässt. Und das fühlt sich nicht nur sehr angenehm an, sondern man kann durch diese Praktik auch verschiedene Imbalancen im Körper behandeln. Das haben wir dann auch mal in einem Frauenkreis mit so zehn Frauen gemacht. Das war total schön. Man kann gar nicht richtig in Worte fassen, was da für eine Energie herrschte, aber es hat uns einfach so zusammengeschweißt. Natürlich sollte man auch immer bei den eigenen Ärzt:innen oder Frauenärzt:innen erstmal nachfragen, ob diese Praxis auch für einen selbst in Frage kommt. Ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass Mutter Erde schon so viele Medicines hat, die wir nutzen können.

Natur gegen Chemie: ein jahrzehntealter Konflikt, der durch die noch immer aktuelle Pandemie brisanter denn je scheint. Umfragen ergaben, dass im Jahr 2019 46 % der Deutschen schon einmal alternative Heilungsmethoden in Anspruch genommen haben, während es im Jahr 2000 nur 36 % waren. Ein Trend nach oben. Auf der anderen Seite: große Skepsis. Wie in so vielen Bereichen wird auch hier die Kluft größer, ein gegenseitiges Verständnis der beiden Pole scheint oft unmöglich. Als ich Sydney frage, wie sie zu dem Konflikt steht, beruft sie sich auf ihre eigene Intuition. Man solle natürlich mit seinem Arzt oder seiner Ärztin sprechen, aber auch in sich hineinhören. Schauen, ob es sich für sich selbst gut anfühle, zu pharmazeutischen Mitteln zu greifen. Sie sei nicht grundsätzlich gegen Pharmazeutika, probiere aber einfach lieber erst einmal etwas Pflanzliches aus.

Nochmal zurück zur Spiritualität: Was würdest du Leuten raten, die an Spiritualität interessiert sind, aber keine Ahnung haben, wo sie überhaupt anfangen sollen? Und vielleicht auch in ihrem Umkreis damit eher anecken?

Also ich würde empfehlen, als aller Erstes vielleicht einfach mal zu meditieren. Es gibt ja auch Apps dafür. Was zu Beginn immer ganz schön ist, sind geführte Meditationen. Da kann man dann eher auf die Stimme der Sprecher:innen achten, anstatt auf die eigenen Gedanken. Eine App, die ich empfehlen kann, heißt Insight Timer. Die ist kostenfrei und es gibt Meditationen zu jedem Thema. Man kann sich aber auch einfach mal fünf Minuten hinsetzen und einen Timer stellen. Oder Bücher lesen, die sich mit Spiritualität befassen und sich einfach immer wieder reinfühlen: Wie fühlt sich diese Information für mich an? Resoniere ich damit?

Die eigene Intuition, das Bauchgefühl, sagt uns schon, ob das für uns der richtige Weg ist.

Du bietest ja auch selbst geführte Meditationen an, oder?

Ja genau, ich habe auch auf Insight Timer ein paar geführte Meditationen. Und auch auf YouTube.

Auf deinen Socials thematisierst du oft Sexualität – insbesondere im spirituellen Kontext. Kannst du kurz erklären, wie Spiritualität und Sexualität zusammengehören?

Für mich geht das wirklich Hand in Hand. Das hab ich realisiert, als der Sex für mich einfach nicht mehr so erfüllend war. Ich hab’ gespürt, dass da ja eigentlich mehr sein muss. Es wird immer so hoch angepriesen. Dann hab’ ich mir mit meinem damaligen Partner ein Buch über Tantra gekauft. Und ja… Über Tantra hat man bestimmt schon einiges gehört. Da gehts einfach auch darum, dass man die Sexualität mit der Spiritualität vereint und Sex nicht nur körperlich ist, sondern dass unsere Seelen sich dadurch verbinden können. Und dass Sex ein sehr kraftvoller Energieaustausch ist und man auch ganz bewusst mit diesen Energien arbeiten kann. Da spielt auch der Atem eine ganz, ganz große Rolle. Zum Beispiel, dass man beim Sex ganz tief und langsam atmet, anstatt schnell und nur in die Brust hinein. Ich könnte wirklich stundenlang darüber erzählen (lacht). Für mich ist Sex einfach eine sehr spirituelle Erfahrung und deshalb ist es mir auch sehr wichtig, dass die Person, mit der ich diese intime Energie teile, mir auch gute Vibes gibt.

Ich find’ es total cool, dass du da so offen drüber sprichst. Das wird meiner Meinung nach immer noch viel zu wenig gemacht. Hat dich das aber trotzdem anfangs Überwindung gekostet? Sex ist ja schon auch ein Tabuthema.

Mh, ja, stimmt, das ist schon ein Tabuthema. Also ich hab mir damals, als ich meine Sexualität und meine sexuellen Erfahrungen hinterfragt habe, viele Videos dazu angeschaut, viel dazu gelesen und bin zu Tantra Workshops gegangen. Und dadurch, dass ich einfach so viel Wissen zu dem Thema erlangt habe und man bei diesen Workshops auch Übungen macht, um das Schamgefühl aufzulösen, wars für mich einfach so .. I have to share it. Ich muss darüber reden. Damit man nicht mehr so viel Scham empfindet. Das Paradoxe ist, dass ich in meiner Kindheit und Jugend eine sehr große Scham entwickelt hab’, weil uns in der Familie suggeriert wurde, dass Sex, ja.. ‘that it´s like ,dirty’. Meine Mum hat immer gesagt: „Kein Sex vor der Ehe“. Wir waren eigentlich nicht extrem gläubig und als ich 18 wurde, hab’ ich auch herausgefunden, dass sie das nur gesagt hat, weil es auch bei ihr in der Kindheit so gehandhabt wurde. Und auch, weil sie uns schützen wollte. Mittlerweile reden wir ganz offen über die Themen. Aber ich muss schon sagen, dass mir das Thema Sex anfangs Angst gemacht hat. Es wurde halt nicht wirklich über Sex geredet, sondern es hieß nur: „Mach’s nicht“. Und ich denke, dass ich dadurch natürlich um so mehr darüber wissen wollte. (lacht)

Klar, das reizt einen dann ja voll. Aber umso cooler, dass du jetzt so offen damit umgehen kannst! Als ich mir deine Posts angeschaut habe, bin ich oft über den Ausdruck „Divine Feminine“ gestolpert. Willst du kurz erklären, was es damit auf sich hat?

Divine Feminine.. Das ist einfach eine Energie, die wir alle in uns tragen. In der Spiritualität ist es so, dass wir alle feminine und maskuline Energien in uns tragen, also Yin und Yang. Und das ‚Yin’ ist das Feminine. Das ist unsere Intuition, unsere Emotionen, die wir frei fließen lassen oder auch einfach.. Mother Earth. Und auch, dass wir uns auch selbst bemuttern können, wenn es uns nicht gut geht. Wir können also alle in unsere feminine Energie eintauchen. Zum Beispiel durch verschiedene Übungen wie Tanzen oder generell Übungen, die uns zurück in unseren Körper bringen. Es ist einfach eine sehr göttliche Energie, die jetzt nichts mit einer bestimmten Religion oder Gender zu tun hat.

Über diese Themen sprichst du ja auch in deinem Podcast „Holistic Healing Sisters“. Wie kam es zu der Entstehung des Podcasts? War das eine neue Erfahrung für dich?

Ja, das war was komplett Neues. Meine Soulsister Kati und ich, wir haben ja sowieso immer über diese Themen gesprochen und uns irgendwann gefragt, wie wir das auch mit mehreren Menschen teilen können. Und dann sind wir drauf gekommen, einen Podcast zu starten. Mein Bruder hat uns auch viel mit der Produktion geholfen. Er hat uns zu Weihnachten professionelle Mikrofone gekauft und war so: „Ja, wenn ihr das macht, dann bitte richtig!“ (lacht) Der Podcast ist so eine schöne Plattform, und man merkt, dass man durch Gespräche mit anderen Menschen so viel reflektiert und dazulernt.

Das glaub ich dir. Das ist ja dann auch doch nochmal persönlicher als zum Beispiel ein Post; Apropos Post, du nutzt ja Medien wie Instagram und TikTok, um deine Gedanken zu teilen. Wie gehst du mit dem Druck der ständigen Verfügbarkeit um? Quasi die Möglichkeit, rund um die Uhr Content zu liefern - hast du da eine Routine oder einen festen Zeitplan, wonach du dich richtest und dann auch mal sagst „Um 7 ist Feierabend und dann ist das Handy aus“?

Eine Routine, die ich auf jeden Fall habe, ist, dass ich morgens nach dem Aufstehen auf keinen Fall direkt aufs Handy schaue. Ich mache erstmal meine Morgen-Routine und wenn ich das Haus verlasse, dann schaue ich vielleicht aufs Handy. Weil ich auch einfach gemerkt hab’, dass ich Anxiety bekomme, wenn ich direkt aufs Handy schaue. Und Social Media ist mir auch manchmal zu viel. Wenn es mir zu viel wird, dann mach’ ich meinen Post, aber auch nur, wenn ich's fühle, und gehe dann direkt wieder aus den Apps raus. Wenn ich's nicht fühle, lad’ ich auch nichts hoch. Ganz oft mach’ ich auch einfach mal drei Wochen komplett Social Media Detox. Weil, wie du schon sagtest: Es sind einfach so viele Impulse, die man da bekommt, und wenn man nicht achtsam damit umgeht, dann kann das einen natürlich enorm ablenken und auch verunsichern.

Man zeigt ja irgendwie oft nur die positiven Aspekte. Und deshalb war es mir auch wichtig, dass, wenn es mir auch mal nicht so gut geht, ich auch darüber schreibe, damit die Menschen auch wissen, es geht uns nicht immer 100 % gut. Und das ist auch okay.

Das merkt man auch! Dein Content wirkt echt authentisch. Hast du trotzdem schonmal Hate auf Social Media erfahren? Und wenn ja, wie bist du damit umgegangen?

Ja, das ist einmal passiert. Da wurde mir gesagt, dass die Person es nicht so gut findet, was ich poste, weil es ja nur, weil es für mich funktioniert, nicht für alle der Weg sei. Dann hab’ ich auch geantwortet und gemeint, dass das schon stimmt und dass ich davon auch nicht ausgehe. Im Endeffekt hat mich die Person dazu inspiriert, dass ich, vor allem wenn es um sehr intime Dinge geht, wie zum Beispiel Pflanzenmedizin, einen Disclaimer hinzufüge. Weil es einfach wichtig ist, dass ich nicht sage: "Hier, das ist der Weg für alle, und du wirst dich auf jeden Fall dadurch besser fühlen.” Das kann ich ja gar nicht wissen. Und deswegen sag ich auch immer, dass es sehr wichtig ist, dass wir uns alle auch immer selbst nochmal informieren und unseren eigenen Research machen, bevor wir jetzt einer Person komplett alles glauben. Aber sonst kein Hate! Und darüber bin ich auch echt dankbar. Aber ich teile ja auch aus Liebe (lacht).

Du hast ja ganz schön viele Projekte gleichzeitig am Laufen - Musik, Podcast, Meditationen, Ecstatic Dance, Social Media, etc. Inwiefern verschwimmt für dich die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben? Oder siehst du deine Projekte überhaupt als Arbeit?

Alles, was das Kreative betrifft, also die Musik und die Workshops und auch den One-on-One-Sessions, die fühlen sich für mich jetzt nicht wirklich wie Arbeit an. Das gibt mir auch sehr viel. Ich kann mich dadurch auch immer mal wieder aufladen, aber ich nehm mir auch bewusst die Pausen, wenn ich merke, dass ich einfach wieder sehr viel Energie gegeben habe.

Es ist halt immer der Ausgleich zwischen Geben und Nehmen von Energien.

Und ich bin einfach sehr dankbar dafür, dass ich direkt spüre, wenn es zu viel ist und ich eine Pause brauche.

Jetzt sind wir eigentlich schon fast am Ende. Ich hab dir noch eine Frage von unserer letzten interviewten Person mitgebracht, nämlich von RAM von Camelmob.

Der würde dich gerne fragen, was deine Lieblingsserie war, als du früher aus der Schule nach Hause kamst?

Uhhhh.. Oh wow. Da muss ich kurz überlegen. Ich würde tatsächlich sagen… Spongebob! (lacht) Das war so meine Lieblingsserie. Und mit meinem Bruder hab’ ich aber auch ganz oft Dragon Ball Z geschaut.

Ich bedanke mich bei Sydney für das interessante und inspirierende Gespräch und hoffe, dass ihr beim Lesen genauso viel Spaß hattet, wie ich beim Führen des Interviews!

Ihr findet Sydney auf Instagram & TikTok.

Ihren Song „Wavy“ könnt ihr euch auf Spotify anhören. Das (sehr zu empfehlende!) Video dazu findet ihr hier.

In den Podcast „Holisistic Healing Sisters“ von Sydney und Kati könnt ihr auf Spotify und Apple Podcasts reinhören.

Und für diejenigen, die das Interesse an Spiritualität gepackt hat: Auf Insight Timer findet ihr Sydneys geführte Meditationen.

Die Quelle zur im Text genannten Umfrage findet ihr hier.

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Bloß nicht drüber sprechen? Das ist keine Option für LuSyd, wie ich während unseres Interviews in einer Mainzer Bar erfahre. Als Influencerin behandelt sie unter anderem das (leider noch immer!) tabuisierte Thema Sexualität – und vor allem, wie diese mit Spiritualität zusammenhängen kann. Ihre Gedanken teilt sie auf Instagram, TikTok & Co., aber auch in einem Podcast mit ihrer Freundin Kati. Gemeinsam sind sie die „Holistic Healing Sisters“.

Darüber hinaus releaste sie im Jahr 2021 den Song „Wavy“, der seitdem auf Spotify und YouTube verfügbar ist. Nach einer jahrelangen musikalischen Laufbahn mit Band-Projekten und Feature-Parts ist dies der gelungene Startschuss ihrer Solokarriere.

Die Ambition für ihre vielen Projekte zieht sie aus ihrer Spiritualität. Und auch daraus, ihr Wissen darüber zu teilen. Dieses stammt sowohl aus eigenen Erfahrungen als auch aus ihrem abgeschlossenen Studiengang „Spirituelle Lebensberatung“ an der Fernschule für freie Gesundheitsberufe.

Wie LuSyd überhaupt zur Musik kam, warum es wichtig ist, über heikle Themen offen zu sprechen und was Spiritualität überhaupt bedeutet, erfahrt ihr im Interview.

Viel Spaß!

Sydney im Portrait, Fotocredit: @eiundrund
Foto Credit: @eiundrund

Hey Sydney! Wie geht es dir?

Ich fühle mich heute sehr gut. Ich konnte ausschlafen, weil ich heute frei habe, konnte auch schon meditieren und fühle mich sehr geerdet. Ich freue mich sehr, hier sein zu dürfen!

Wir uns auch! Stell dich gerne mal ganz allgemein vor. Wer bist du, was machst du?

Sehr gerne.. (überlegt) Ich würde sagen, dass ich eine kreative Seele bin, die sehr gerne mit anderen Menschen connected. Ich kreiere liebend gerne Kunst, und mein spiritueller Weg ist einfach etwas, das mich runter bringt und mir sehr hilft. Deshalb teile ich gerne das Wissen, was ich auf diesem Weg schon erlangt habe und tausche mich auch super gerne über Spiritualität aus.

I just go with the flow. Also was sich gerade gut für mich anfühlt, das mache ich auch.

Wie bist du zu deinem Künstlernamen „LuSyd“ gekommen?

Es gibt ja die Praktik des luziden Träumens. Und da mein Geburtsname Sydney ist, hab’ ich einfach „luzid“ und meinen Namen verbunden. Luzides Träumen bedeutet ja, den eigenen Traum kontrollieren zu können. Und da ich das auch sehr, sehr tief studiert habe und das gerade in der Zeit war, in der ich eh meinen Künstlernamen gesucht habe, dachte ich mir, dass das gut passt. Dieses verträumte und mystische.

Luzides Träumen finde ich mega interessant, aber auch echt schwer. Wie bist du da so reingekommen und wie hast du das geübt?

Ja, ist es auch. Aber es gibt total viele Übungen. Bei mir war es so, dass ich irgendwann gemerkt habe, dass ich luzid geträumt habe. Aber ich wusste auch nicht wirklich, was da gerade passiert ist. Ich wusste nur: „Okay krass, ich kann auf einmal entscheiden, was ich in meinem Traum machen möchte“. Daraufhin hab’ ich mir ein Buch gekauft und mich mit Freund:innen darüber ausgetauscht. Als Übung kann man zum Beispiel im Alltag einfach immer mal wieder die eigenen Finger zählen. Weil es heißt, dass man im Traum, wenn man sich die Finger anschauen würde, zu viele Finger sehen würde, oder sie wären total verschwommen. Und deswegen kann man dann, wenn man das oft genug in der Wachwelt wiederholt, im Traum vielleicht drauf kommen, sich einfach mal die Finger anzuschauen. Und wenn die dann verformt sind oder man mehr oder weniger Finger hat, merkt man: „Okay, ich bin gerade im Traum“. Und dann kann man zum nächsten Schritt übergehen und sagen: „Jetzt werd’ ich mal… fliegen! Oder jetzt besuch’ ich mal ein anderes Land in meinem Traum!” (lacht). Also es gibt da echt viele verschiedene Übungen und es lohnt sich auf jeden Fall.

Eines deiner kreativen Projekte ist ja auch Musik. Was hat dich dazu bewegt, selbst Musik zu machen?

Also, meine ganze Familie macht gefühlt Musik. Meine Tante, meine Mutter, meine Cousine, mein Bruder. Und gesungen hab’ ich schon immer. Weil mir das einfach enorm viel Freude bereitet. Und mein Bruder, der J, ist Musikproduzent. Er hat mich dann vor ca. 10 Jahren gefragt, ob ich bei seiner Gruppe mitsingen will. Die hatten eine Hip-Hop-Crew. Also hab’ ich erstmal da angefangen und bei denen mitgemacht. Wir sind damals auch oft in der Kreativfabrik und bei anderen Open Stages aufgetreten. Mit der Zeit hab’ ich aber auch gespürt, dass ich sehr gerne nicht nur Parts auf Liedern haben will, sondern auch eigene Songs schreiben möchte. Als ich dann meinen ersten Solo-Trip nach Portugal gemacht habe, das war glaub ich 2020, hab’ ich meine erste Single geschrieben: „Wavy“. Das erfüllt mich einfach total.

Das hört sich toll an. Willst du ein bisschen mehr über den Prozess und die Entstehung von Wavy erzählen, und was der Song für dich bedeutet?

Gerne! In Portugal hatte ich ein Airbnb direkt am Meer. Und das war mir auch total wichtig, damit ich echt in fünf Minuten zu Fuß am Meer bin. Da war ich dann auch jeden Tag und hab’ die enorme Kraft des Ozeans gespürt. Dadurch ist es dann auch einfach geflowt. So ohne den ganzen Alltagsstress, den man normalerweise hat.

Einfach mit sich selbst sein, in der Natur. Das hat so viel in mir ausgelöst.

Und der Text ist einfach so aus mir rausgekommen, als hätte ich den gechannelt. In dem Track thematisiere ich die Sinnlichkeit und die Magie, die ich durch romantische Connections empfinde, soul connection und sex magic. Quasi die Themen, über die ich in meinem Content auch am liebsten spreche. Und der Song ist für mich auch einfach so eine schöne Erinnerung an die Reise.

Neben der Musik – oder vielleicht auch mit der Musik – ist Spiritualität ein großer Teil deines Lebens. Kannst du in ein paar Sätzen zusammenfassen, was für dich die Definition von Spiritualität ist?

Sehr gerne. Also, Spiritualität bedeutet für mich einfach, mich selbst kennenzulernen, auf eine ganz intime Art und Weise. Und auch, mich immer weiterentwickeln zu dürfen und die Magie zu sehen, die jedem Moment innewohnt. Spiritualität bedeutet für mich auch einfach Heilung. Ich habe die Spiritualität für mich entdeckt, als es mir nicht so gut ging, in meiner Teenager Zeit. Da ist man ja sowieso noch auf der Suche. Mein Bruder hat mich damals sehr inspiriert, weil er schon seit er 11 ist meditiert, und mir dann vorgeschlagen hat, das auch mal zu probieren. Ich sag auch immer, dass Meditation mir das Leben gerettet hat.

Es klingt zwar so simpel, oder vielleicht klingt es für manche auch sehr schwierig: Aber sich einfach so auf den eigenen Atem zu fokussieren, das bringt enorm viel.

Und es geht ja auch nicht nur darum, nichts zu denken, sondern sich nicht an seinen Gedanken festzuhalten und sie einfach mal vorbeiziehen zu lassen.

In vielen Religionen ist ja eine der zentralen Fragen die nach dem Sinn des Lebens. Inwiefern spielt das eine Rolle in deiner Spiritualität?

Eine sehr große Rolle.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle aus einem bestimmten Grund hier auf der Erde sind.

Und wenn wir herausfinden, wofür wir hier sind, dann können wir einfach ein viel erfüllteres Leben führen. Dadurch inspirieren wir ja dann auch andere Menschen, sich selbst zu entfalten. Ich hab’ tatsächlich meinen Seelenweg gefunden, als wir mit den Workshops angefangen haben, also mit den Mondritualen. Da hab’ ich gemerkt, dass ich unbedingt Menschen helfen möchte, sich daran zu erinnern, was ihr eigener Seelenweg ist. Und auch daran, was für eine enorme Kraft wir alle in uns tragen.

Möchtest du über die Mond-Workshops erzählen? Was macht ihr da so?

Sehr, sehr gerne. Meine Soulsister Kati und ich, wir halten gemeinsam diese Mondrituale ab. Da kommen wir in kleinen Gruppen zusammen und erklären erstmal die aktuelle Mondenergie. Dann setzen wir uns alle eine Intention, z. B. ob wir, je nach Mondphase, etwas Bestimmtes loslassen oder vielleicht auch zu uns einladen wollen. Wir führen heilende Gespräche und manchmal singen wir auch Mantras, also gesungene Gebete. Aber eigentlich haben wir jedes Mal einen anderen Ablauf und planen immer wieder etwas Neues, damit auch Menschen, die öfter kommen, immer wieder etwas Neues entdecken können. Es ist einfach total schön, weil da viele Menschen sind, die sich eigentlich gar nicht kennen. Aber es entsteht immer ein so intimer Circle, so ein Safe Space. Es ist einfach enorm heilend, inspirierend und wir können alle voneinander lernen. Die Workshops sind auch öffentlich. Wir haben aktuell zwar eine kleine Sommerpause, aber bald starten wir damit wieder. Dann kann man einfach bei mir auf Instagram schauen, wann und wo es stattfindet.

Du teilst auch Wissen zu pflanzlichen Heilungsmethoden. Wie kam es dazu, dass du dich damit tiefer beschäftigst?

Mein Bruder ist tatsächlich eine große Inspiration, weil er sich sehr, sehr gesund ernährt. Außerdem hab’ ich mich auch von Earth Mama Medicine inspirieren lassen. Sie macht auf YouTube ganz viele holistische Videos zum Thema Gesundheit, Ernährung und Spiritualität. Da hab’ ich zum Beispiel auch das erste Mal von Yoni Steaming erfahren und das dann auch selbst ausprobiert. „Yoni“ ist Sanskrit und beschreibt die Vagina, Vulva und Gebärmutter. Und Yoni Steaming ist eine uralte Praxis, in der man verschiedene Heilkräuter nimmt, sie in einem Topf mit warmem Wasser mischt, sich dann darüber hockt und diesen Dampf dann quasi in die Yoni hochziehen lässt. Und das fühlt sich nicht nur sehr angenehm an, sondern man kann durch diese Praktik auch verschiedene Imbalancen im Körper behandeln. Das haben wir dann auch mal in einem Frauenkreis mit so zehn Frauen gemacht. Das war total schön. Man kann gar nicht richtig in Worte fassen, was da für eine Energie herrschte, aber es hat uns einfach so zusammengeschweißt. Natürlich sollte man auch immer bei den eigenen Ärzt:innen oder Frauenärzt:innen erstmal nachfragen, ob diese Praxis auch für einen selbst in Frage kommt. Ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass Mutter Erde schon so viele Medicines hat, die wir nutzen können.

Natur gegen Chemie: ein jahrzehntealter Konflikt, der durch die noch immer aktuelle Pandemie brisanter denn je scheint. Umfragen ergaben, dass im Jahr 2019 46 % der Deutschen schon einmal alternative Heilungsmethoden in Anspruch genommen haben, während es im Jahr 2000 nur 36 % waren. Ein Trend nach oben. Auf der anderen Seite: große Skepsis. Wie in so vielen Bereichen wird auch hier die Kluft größer, ein gegenseitiges Verständnis der beiden Pole scheint oft unmöglich. Als ich Sydney frage, wie sie zu dem Konflikt steht, beruft sie sich auf ihre eigene Intuition. Man solle natürlich mit seinem Arzt oder seiner Ärztin sprechen, aber auch in sich hineinhören. Schauen, ob es sich für sich selbst gut anfühle, zu pharmazeutischen Mitteln zu greifen. Sie sei nicht grundsätzlich gegen Pharmazeutika, probiere aber einfach lieber erst einmal etwas Pflanzliches aus.

Nochmal zurück zur Spiritualität: Was würdest du Leuten raten, die an Spiritualität interessiert sind, aber keine Ahnung haben, wo sie überhaupt anfangen sollen? Und vielleicht auch in ihrem Umkreis damit eher anecken?

Also ich würde empfehlen, als aller Erstes vielleicht einfach mal zu meditieren. Es gibt ja auch Apps dafür. Was zu Beginn immer ganz schön ist, sind geführte Meditationen. Da kann man dann eher auf die Stimme der Sprecher:innen achten, anstatt auf die eigenen Gedanken. Eine App, die ich empfehlen kann, heißt Insight Timer. Die ist kostenfrei und es gibt Meditationen zu jedem Thema. Man kann sich aber auch einfach mal fünf Minuten hinsetzen und einen Timer stellen. Oder Bücher lesen, die sich mit Spiritualität befassen und sich einfach immer wieder reinfühlen: Wie fühlt sich diese Information für mich an? Resoniere ich damit?

Die eigene Intuition, das Bauchgefühl, sagt uns schon, ob das für uns der richtige Weg ist.

Du bietest ja auch selbst geführte Meditationen an, oder?

Ja genau, ich habe auch auf Insight Timer ein paar geführte Meditationen. Und auch auf YouTube.

Auf deinen Socials thematisierst du oft Sexualität – insbesondere im spirituellen Kontext. Kannst du kurz erklären, wie Spiritualität und Sexualität zusammengehören?

Für mich geht das wirklich Hand in Hand. Das hab ich realisiert, als der Sex für mich einfach nicht mehr so erfüllend war. Ich hab’ gespürt, dass da ja eigentlich mehr sein muss. Es wird immer so hoch angepriesen. Dann hab’ ich mir mit meinem damaligen Partner ein Buch über Tantra gekauft. Und ja… Über Tantra hat man bestimmt schon einiges gehört. Da gehts einfach auch darum, dass man die Sexualität mit der Spiritualität vereint und Sex nicht nur körperlich ist, sondern dass unsere Seelen sich dadurch verbinden können. Und dass Sex ein sehr kraftvoller Energieaustausch ist und man auch ganz bewusst mit diesen Energien arbeiten kann. Da spielt auch der Atem eine ganz, ganz große Rolle. Zum Beispiel, dass man beim Sex ganz tief und langsam atmet, anstatt schnell und nur in die Brust hinein. Ich könnte wirklich stundenlang darüber erzählen (lacht). Für mich ist Sex einfach eine sehr spirituelle Erfahrung und deshalb ist es mir auch sehr wichtig, dass die Person, mit der ich diese intime Energie teile, mir auch gute Vibes gibt.

Ich find’ es total cool, dass du da so offen drüber sprichst. Das wird meiner Meinung nach immer noch viel zu wenig gemacht. Hat dich das aber trotzdem anfangs Überwindung gekostet? Sex ist ja schon auch ein Tabuthema.

Mh, ja, stimmt, das ist schon ein Tabuthema. Also ich hab mir damals, als ich meine Sexualität und meine sexuellen Erfahrungen hinterfragt habe, viele Videos dazu angeschaut, viel dazu gelesen und bin zu Tantra Workshops gegangen. Und dadurch, dass ich einfach so viel Wissen zu dem Thema erlangt habe und man bei diesen Workshops auch Übungen macht, um das Schamgefühl aufzulösen, wars für mich einfach so .. I have to share it. Ich muss darüber reden. Damit man nicht mehr so viel Scham empfindet. Das Paradoxe ist, dass ich in meiner Kindheit und Jugend eine sehr große Scham entwickelt hab’, weil uns in der Familie suggeriert wurde, dass Sex, ja.. ‘that it´s like ,dirty’. Meine Mum hat immer gesagt: „Kein Sex vor der Ehe“. Wir waren eigentlich nicht extrem gläubig und als ich 18 wurde, hab’ ich auch herausgefunden, dass sie das nur gesagt hat, weil es auch bei ihr in der Kindheit so gehandhabt wurde. Und auch, weil sie uns schützen wollte. Mittlerweile reden wir ganz offen über die Themen. Aber ich muss schon sagen, dass mir das Thema Sex anfangs Angst gemacht hat. Es wurde halt nicht wirklich über Sex geredet, sondern es hieß nur: „Mach’s nicht“. Und ich denke, dass ich dadurch natürlich um so mehr darüber wissen wollte. (lacht)

Klar, das reizt einen dann ja voll. Aber umso cooler, dass du jetzt so offen damit umgehen kannst! Als ich mir deine Posts angeschaut habe, bin ich oft über den Ausdruck „Divine Feminine“ gestolpert. Willst du kurz erklären, was es damit auf sich hat?

Divine Feminine.. Das ist einfach eine Energie, die wir alle in uns tragen. In der Spiritualität ist es so, dass wir alle feminine und maskuline Energien in uns tragen, also Yin und Yang. Und das ‚Yin’ ist das Feminine. Das ist unsere Intuition, unsere Emotionen, die wir frei fließen lassen oder auch einfach.. Mother Earth. Und auch, dass wir uns auch selbst bemuttern können, wenn es uns nicht gut geht. Wir können also alle in unsere feminine Energie eintauchen. Zum Beispiel durch verschiedene Übungen wie Tanzen oder generell Übungen, die uns zurück in unseren Körper bringen. Es ist einfach eine sehr göttliche Energie, die jetzt nichts mit einer bestimmten Religion oder Gender zu tun hat.

Über diese Themen sprichst du ja auch in deinem Podcast „Holistic Healing Sisters“. Wie kam es zu der Entstehung des Podcasts? War das eine neue Erfahrung für dich?

Ja, das war was komplett Neues. Meine Soulsister Kati und ich, wir haben ja sowieso immer über diese Themen gesprochen und uns irgendwann gefragt, wie wir das auch mit mehreren Menschen teilen können. Und dann sind wir drauf gekommen, einen Podcast zu starten. Mein Bruder hat uns auch viel mit der Produktion geholfen. Er hat uns zu Weihnachten professionelle Mikrofone gekauft und war so: „Ja, wenn ihr das macht, dann bitte richtig!“ (lacht) Der Podcast ist so eine schöne Plattform, und man merkt, dass man durch Gespräche mit anderen Menschen so viel reflektiert und dazulernt.

Das glaub ich dir. Das ist ja dann auch doch nochmal persönlicher als zum Beispiel ein Post; Apropos Post, du nutzt ja Medien wie Instagram und TikTok, um deine Gedanken zu teilen. Wie gehst du mit dem Druck der ständigen Verfügbarkeit um? Quasi die Möglichkeit, rund um die Uhr Content zu liefern - hast du da eine Routine oder einen festen Zeitplan, wonach du dich richtest und dann auch mal sagst „Um 7 ist Feierabend und dann ist das Handy aus“?

Eine Routine, die ich auf jeden Fall habe, ist, dass ich morgens nach dem Aufstehen auf keinen Fall direkt aufs Handy schaue. Ich mache erstmal meine Morgen-Routine und wenn ich das Haus verlasse, dann schaue ich vielleicht aufs Handy. Weil ich auch einfach gemerkt hab’, dass ich Anxiety bekomme, wenn ich direkt aufs Handy schaue. Und Social Media ist mir auch manchmal zu viel. Wenn es mir zu viel wird, dann mach’ ich meinen Post, aber auch nur, wenn ich's fühle, und gehe dann direkt wieder aus den Apps raus. Wenn ich's nicht fühle, lad’ ich auch nichts hoch. Ganz oft mach’ ich auch einfach mal drei Wochen komplett Social Media Detox. Weil, wie du schon sagtest: Es sind einfach so viele Impulse, die man da bekommt, und wenn man nicht achtsam damit umgeht, dann kann das einen natürlich enorm ablenken und auch verunsichern.

Man zeigt ja irgendwie oft nur die positiven Aspekte. Und deshalb war es mir auch wichtig, dass, wenn es mir auch mal nicht so gut geht, ich auch darüber schreibe, damit die Menschen auch wissen, es geht uns nicht immer 100 % gut. Und das ist auch okay.

Das merkt man auch! Dein Content wirkt echt authentisch. Hast du trotzdem schonmal Hate auf Social Media erfahren? Und wenn ja, wie bist du damit umgegangen?

Ja, das ist einmal passiert. Da wurde mir gesagt, dass die Person es nicht so gut findet, was ich poste, weil es ja nur, weil es für mich funktioniert, nicht für alle der Weg sei. Dann hab’ ich auch geantwortet und gemeint, dass das schon stimmt und dass ich davon auch nicht ausgehe. Im Endeffekt hat mich die Person dazu inspiriert, dass ich, vor allem wenn es um sehr intime Dinge geht, wie zum Beispiel Pflanzenmedizin, einen Disclaimer hinzufüge. Weil es einfach wichtig ist, dass ich nicht sage: "Hier, das ist der Weg für alle, und du wirst dich auf jeden Fall dadurch besser fühlen.” Das kann ich ja gar nicht wissen. Und deswegen sag ich auch immer, dass es sehr wichtig ist, dass wir uns alle auch immer selbst nochmal informieren und unseren eigenen Research machen, bevor wir jetzt einer Person komplett alles glauben. Aber sonst kein Hate! Und darüber bin ich auch echt dankbar. Aber ich teile ja auch aus Liebe (lacht).

Du hast ja ganz schön viele Projekte gleichzeitig am Laufen - Musik, Podcast, Meditationen, Ecstatic Dance, Social Media, etc. Inwiefern verschwimmt für dich die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben? Oder siehst du deine Projekte überhaupt als Arbeit?

Alles, was das Kreative betrifft, also die Musik und die Workshops und auch den One-on-One-Sessions, die fühlen sich für mich jetzt nicht wirklich wie Arbeit an. Das gibt mir auch sehr viel. Ich kann mich dadurch auch immer mal wieder aufladen, aber ich nehm mir auch bewusst die Pausen, wenn ich merke, dass ich einfach wieder sehr viel Energie gegeben habe.

Es ist halt immer der Ausgleich zwischen Geben und Nehmen von Energien.

Und ich bin einfach sehr dankbar dafür, dass ich direkt spüre, wenn es zu viel ist und ich eine Pause brauche.

Jetzt sind wir eigentlich schon fast am Ende. Ich hab dir noch eine Frage von unserer letzten interviewten Person mitgebracht, nämlich von RAM von Camelmob.

Der würde dich gerne fragen, was deine Lieblingsserie war, als du früher aus der Schule nach Hause kamst?

Uhhhh.. Oh wow. Da muss ich kurz überlegen. Ich würde tatsächlich sagen… Spongebob! (lacht) Das war so meine Lieblingsserie. Und mit meinem Bruder hab’ ich aber auch ganz oft Dragon Ball Z geschaut.

Ich bedanke mich bei Sydney für das interessante und inspirierende Gespräch und hoffe, dass ihr beim Lesen genauso viel Spaß hattet, wie ich beim Führen des Interviews!

Ihr findet Sydney auf Instagram & TikTok.

Ihren Song „Wavy“ könnt ihr euch auf Spotify anhören. Das (sehr zu empfehlende!) Video dazu findet ihr hier.

In den Podcast „Holisistic Healing Sisters“ von Sydney und Kati könnt ihr auf Spotify und Apple Podcasts reinhören.

Und für diejenigen, die das Interesse an Spiritualität gepackt hat: Auf Insight Timer findet ihr Sydneys geführte Meditationen.

Die Quelle zur im Text genannten Umfrage findet ihr hier.

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